CAN FD (Flexible Data Rate): Die Weiterentwicklung der CAN-Kommunikation in modernen Fahrzeugen

CAN FD (Controller Area Network – Flexible Data Rate) ist eine erweiterte Version des klassischen CAN-Protokolls, die entwickelt wurde, um höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten und eine größere Datenkapazität in der Fahrzeugdiagnose zu ermöglichen. Dieser von Bosch entwickelte Standard ist zu einem integralen Bestandteil moderner Fahrzeugarchitekturen geworden, insbesondere in Systemen, die einen schnellen Datenaustausch zwischen elektronischen Steuergeräten (ECUs) erfordern.

Wie funktioniert CAN FD?

CAN FD behält die grundlegende Struktur des klassischen CAN-Protokolls bei, führt jedoch flexible Übertragungsgeschwindigkeiten und ein erweitertes Datenframe ein. Während klassisches CAN bis zu 8 Byte pro Nachricht unterstützt, ermöglicht CAN FD eine Datenübertragung von bis zu 64 Byte.
Die Übertragungsgeschwindigkeit kann bis zu 8 Mbit/s erreichen, was die Diagnose, Software-Updates und die Kommunikation zwischen Modulen erheblich verbessert.

Launch OBD-II-Adapter, die das Protokoll unterstützen:

DBScar V, DBScar VII

ThinkDiag-Geräte, die das Protokoll unterstützen:

ThinkDiag 2

Ediag-Geräte, die das Protokoll unterstützen:

Ediag Plus, Ediag Elite

Vom Protokoll unterstützte Fahrzeugtypen und Marken:

Die neuesten Pkw und Elektrofahrzeuge, die ab 2019 produziert wurden, hauptsächlich von Volkswagen (MQB-Evo-Plattform), Audi, BMW, Mercedes-Benz, Toyota, Hyundai und Kia sowie neuere EV-Modelle wie Tesla, BYD, NIO und Lucid.

Vorteile des CAN-FD-Protokolls

  • Höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit und größere Datenkapazität im Vergleich zum klassischen CAN.
  • Reduzierte Diagnosezeiten und schnellere ECU-Programmierung.
  • Vollständig kompatibel mit bestehenden CAN-Systemen, was den Übergang zum neuen Standard vereinfacht.
  • Verbesserte Effizienz und reduzierte Kommunikationslatenz.
  • Ideale Lösung für Fahrzeuge mit fortschrittlichen elektronischen Systemen, einschließlich ADAS- und EV-Plattformen.

Nachteile und Einschränkungen

  • Erfordert kompatible Diagnosegeräte, die CAN FD unterstützen.
  • Komplexere Implementierung und Systemkonfiguration.
  • Nicht in älteren Fahrzeugen verwendet – hauptsächlich neueren Modellen vorbehalten.
  • Zusätzliche Softwareunterstützung ist für die Verarbeitung von CAN-FD-Nachrichten erforderlich.

Verwendung von CAN FD in der Fahrzeugdiagnose

CAN FD wird in der erweiterten Diagnose, ECU-Programmierung, bei Software-Updates, der Echtzeit-Sensorüberwachung sowie beim Datenaustausch zwischen Hochleistungsmodulen eingesetzt. Dieses Protokoll ist für moderne Fahrzeuge mit komplexen Netzwerkstrukturen und einem hohen Automatisierungsgrad unerlässlich.

Fazit

CAN FD stellt die Zukunft der automobilen Kommunikation dar. Mit höherer Geschwindigkeit, größerer Datenkapazität und Abwärtskompatibilität zu klassischen CAN-Systemen wird dieses Protokoll zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der modernen Diagnose und bei der Entwicklung neuer Fahrzeuggenerationen.